behindert werden

[bəˈhɪndərt ve:ɐ̯dn̩]

behindert werden

Die Formulierung macht deutlich, dass Menschen nicht aufgrund ihrer individuellen Körper behindert SIND, sondern durch Barrieren und gesellschaftliche Ausschlüsse behindert WERDEN. Es sind nicht die individuellen Körper oder Fähigkeiten der Personen selbst, die Behinderung ausmachen, sondern Barrieren und fehlenden Zugänge.

 

Barrieren sind zum Beispiel fehlende Rollstuhlrampen oder fehlende Übersetzung in Gebärdensprache. Oder Barrieren führen dazu, dass es für Menschen mit Behinderung sehr schwer ist, eine professionelle Kunstausbildung zu machen.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von dem sozialen Modell von Behinderung, das besagt, dass Menschen mit Behinderung von der Gesellschaft behindert und ausgegrenzt werden, wenn alles nur auf Körper und Fähigkeiten ausgerichtet ist, die einer bestimmten gesellschaftlichen Norm entsprechen. Diese Ausrichtung an einer Norm, die viele Menschen mit Behinderung ausschließt, nennt man auch Ableismus. Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hält eindeutig fest, dass Menschen mit Beeinträchtigungen die gleichen Menschenrechte und Grundfreiheiten haben wie Menschen ohne Beeinträchtigungen. Zugänge zu allen gesellschaftlichen Bereichen sind ein Menschenrecht. Wenn die Zugänge nicht vorhanden sind, spricht man von Diskriminierung.

Diese Begriffe wurden im Rahmen des Aktivismus‘ der Behindertenbewegung und aus der Perspektive von Menschen mit Behinderung geprägt, deren bekanntester Slogan ist: "Nothing about us without us" / "Nichts über uns ohne uns".

 

Behinderung im Kulturbetrieb

Eine Initiative, die sich für Zugänglichkeit in Kunst und Kultur in Berlin einsetzt, ist Berlinklusion. Berlinklusion ist ein Netzwerk, das die Perspektive von Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstvermittler*innen mit und ohne Behinderungen einschließt.