Wörterbuch

„EL-GE-BE-TE … was?“ Nicht alle Begriffe, die in der Diversitätsentwicklung verwendet werden, sind einfach oder allen vertraut, wie beispielsweise der Begriff LGBTIQ (Lesbian Gay Bi Trans* Inter* Queer). Das gleiche gilt auch für viele Wörter, die im Kulturbetrieb selbstverständlich verwendet werden, wie zum Beispiel Sonatenhauptsatzform, Allegorie oder Diptychon.

Diversitätsentwicklung ist sprachlich innovativ, weil sie etablierte Strukturen verändern will. Manche Wörter, die in der Diversitätsentwicklung gebraucht werden, knüpfen an internationale Diskurse an. Andere finden eine Sprache für Gefühle und Gedanken, die in der Mehrheitsgesellschaft bisher keinen Platz hatten. Für all das braucht es neue Wörter. Gleichzeitig ist diversitätsorientierte Sprache dynamisch: Die Bedeutung vieler Diversitätsbegriffe wird von verschiedenen Communities immer wieder neu verhandelt. Begriffe verlieren an politischer Schärfe und alte Selbstbezeichnungen werden durch neue Selbstbezeichungen ersetzt. Außerdem werden Begriffe, die im Kulturbetrieb selbstverständlich gebraucht werden, bei der Diversitätsentwicklung hinterfragt und neu gedeutet.

Klar, das kann irritieren, nachdenklich machen und herausfordern. Aber was wäre, wenn uns die neuen Wörter neugierig machten? Wenn wir sie als Chance sehen würden, anders miteinander zu sprechen? Und wenn wir eine Sprache fänden, bei der sich alle gemeint und respektiert fühlen?