Marginalisierung

ˌmaʁɡinaˑliˈziːrʊŋ

Marginalisierung

bezeichnet die Verdrängung von Individuen oder Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft. Die Verdrängung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen, also zum Beispiel geografisch, wirtschaftlich, sozial oder kulturell sein; meist spielt sie sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig ab.

 

Marginalisierung findet in einem Machtgefüge statt und geht mit Diskriminierung einher: Je weiter am gesellschaftlichen Rand sich eine Gruppe befindet, desto weniger Macht hat sie und desto stärker ist sie gegenüber der gesellschaftlichen Mitte benachteiligt. Marginalisierung beinhaltet den Verlust von Ressourcen, Einflussmöglichkeiten sowie Status und kann sich auf die psychische und physische Gesundheit auswirken. Wenn es sich bei der marginalisierten Gruppe um eine Minderheit handelt, lässt sich im Fall der psychischen und physischen Folgen auch von Minderheitenstress sprechen. Aber Marginalisierung betrifft nicht nur Minderheiten. So wird in einer patriarchalen Gesellschaft Weiblichkeit marginalisiert, obwohl Frauen keine Minderheit sind.

 

Im Kulturbetrieb haben marginalisierte Akteur*innen unter anderem schlechtere Zugänge zu Förderung und einflussreichen Positionen. Sie wählen häufig Kunstformen, bei denen die Zugänge weniger stark reglementiert sind, wie zum Beispiel bei zeitgenössischem Tanz oder Spoken Word im Vergleich zu Ballett und Lyrik. Ihre Kunst findet in der Regel in Nischenräumen statt und es wird ihnen abgesprochen, dass ein größeres Publikum sich für ihre Themen interessiert.