Queer

kwɪr

Queer

ist ein Sammelbegriff für Personen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle "Orientierung" (wen sie begehren) nicht der heteronormativen Norm entspricht. Queer wird auch verwendet, um Bewegungen und Dinge zu bezeichnen, die mit queeren Menschen in Verbindung stehen, wie zum Beispiel die queere Szene, Queer Studies oder queere Filmfestivals.

 

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bezeichnet zunächst Dinge oder Personen, die meist im negativen Sinn von der Norm abweichen. Er lässt sich mit „seltsam“, „eigenartig“ oder „sonderbar“ übersetzen. Er wurde benutzt, um abwertend insbesondere über Homosexuelle aber auch andere Personen zu sprechen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht der heteronormativen Norm entspricht. Im Zuge der Aids-Bewegung gelang es der queeren Community jedoch, den Begriff wieder aufzuwerten (reclaiming), sodass für viele Menschen queer heute ein positiver Begriff ist und sie sich gerne queer nennen. Als Sammelbegriff ist das Wort sehr offen und bietet vielen Menschen ein Identifikationsangebot. Wie bei allen Selbstbezeichnungen möchten sich aber nicht alle Personen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht der heteronormativen Norm entspricht, mit dem Begriff identifizieren. Manche finden andere Begriffe wie zum Beispiel schwul, lesbisch oder trans* für sich besser. Sie fürchten beispielsweise in der queeren Community an Sichtbarkeit zu verlieren oder der politische Zusammenhang, in dem queer verwendet wird, gefällt ihnen nicht. Außerdem wird das Wort queer immer noch sowohl als Schimpfwort als auch als Selbstbezeichnung verwendet.

 

Eine Initiative, die sich für mehr Repräsentation queerer Perspektiven im Kulturbetrieb einsetzt, ist das Netzwerk Museen Queeren. Auch das Schwule Museum* zeigt immer wieder queere Perspektiven in seinen Ausstellungen.